Ineinander verworrene, feine Linien, die in einem Ganzen enden, dabei so simpel und doch komplex erscheinen: Line Art ist die Kunst, die derzeit spielerisch leicht in ihren Bann zieht, Porträts von Frauen, Männern oder Objekten zeichnet. Auch Künstlerin Lisa Sloane hat sich die zarten Linien zu eigen gemacht, lässt ihre Kunstwerke kleine Geschichten erzählen und teilt diese nicht zuletzt auf ihrem Instagram-Account. Ich bat die Kanadierin zum Gespräch und redete mit ihr über ihre ersten Erinnerungen in der Kunst, Inspirationen und was es bedeutet, als Frau in der Kunst zu arbeiten:

Welches ist deine erste Erinnerung in der Kunst?

Als ich klein war, war ich der Kunst zwar nicht ausgesetzt, aber dennoch hatte ich diese ungehemmnte Liebe zum Malen, die viele Kinder haben. Ich habe viel Zeit damit verbracht, Kurzgeschichten zu schreiben und Bilder zu zeichnen.

Was hat dich zur Kunst geführt?

Ich habe schon immer Magazine geliebt und ich habe die Bilder darin als Inspiration für meine Sketches verwendet. Eine Karriere in der Kunst und im Designbereich kam mir erst in den Sinn, als mein Kunstlehrer mich während der High School darauf ansprach. Danach studierte ich vier Jahre lang Visual Communications und wurde Designerin. Es waren viele Jahre, die vollgepackt waren, da ich nebenbei auch noch meinen Sohn aufzog. Im Moment finde ich zunehmend die Zeit mich wieder meiner ersten Liebe, dem Malen, zu widmen.

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Künstlerin Lisa Sloane

Steckt hinter jedem deiner Kunstwerke eine Geschichte?

Ich denke, alles kommt irgendwoher − ob es nun bewusst oder unbewusst passiert. Manchmal ist es komplex und andere Male eine ganz simple Sache.

Wer oder was inspiriert deine Kunstwerke am stärksten?

Es ist insbesondere die Kultur, die mich inspiriert. Mode, Filme und Literatur faszinieren mich − Musiker, Künslter und Ikonen, die, wenn man sich die letzten Jahrzehnte anschaut, definieren eine Ära. Ich fühlte mich schon immer zu Dingen hingezogen, die irgendwie Retro sind.

Hast du ein Lieblingswerk?

Nein, es ist mehr die neue Richtung, die ich liebe. Ich schätze die einfache und minimalistische Lebensweise sehr.

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© Lisa Sloane | That Girl in Black

Welchen Künstler bewunderst du am meisten?

Ich bewundere Amedeo Modigliani, Henri Matisse, Picasso, Egon Schiele, Cassandre … Ich liebe vor allem ihre Sketches und Zeichnungen.

Hast du manchmal das Gefühl, dass es für Frauen schwieriger ist auf dem Kunstmarkt bemerkt zu werden, als für Männer?

In den Führungspositionen der Art Designer und Art Direction waren Männer in der Vergangenheit prominenter als Frauen, aber mittlerweile hat es sich verändert. Was die Welt der Fine Art betrifft … das weiß ich nicht, wir werden sehen.

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© Lisa Sloane | That Girl in Black

Welche jungen Künstler sollten wir uns genauer anschauen?

Kunst ist etwas, dem jeder zu jeder Zeit nachgehen kann, weshalb ich den Begriff “Emerging Artists” sehr mag. Lennard Taylor ist ein unheimlich talentierter kanadischer Künstler und Modedesigner. Ich habe ihn vor einigen Monaten gesehen − er bemalt seine Kleidungsstücke während seiner Shows live. Es ist einfach sehr sehr schöne Arbeit.

Welches sind deine liebsten Bücher und Coffee Table Books?

Ich liebe es zu lesen und achte darauf, ab und zu einen Klassiker zu lesen. The Great Gatsby war ein Favorit. Ich habe eine ganze Sammlung von F. Scott Fitzgeralds Büchern − es sind die Ausgaben mit den Art Deco Covers der Senior Cover Designerin Coralie Bickford-Smith. Sie sind wunderschön. Auf meinem Couchtisch liegen derzeit Bob Dylan – The Lyrics, Brassi, Paris und Schokolade von Mast Brothers.

Dankeschön für das Gespräch!

Follow Lisa

Instagram: @thatgirlinblack_
Website: thatgirlinblack.com

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© Lisa Sloane | That Girl in Black
Posted by:Julia

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