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© Marialaura Fedi

Ihre Frauen stehen, sitzen oder liegen, sind dabei meist von Pflanzen und minimalistischem Interieur umgeben − Marialaura Fedi erzählt mit ihren Protagonistinnen Geschichten, vermittelt durch sie ein ganz bestimmtes Gefühl, das mit jedem Bild ein anderes sein kann. Sie mögen an die Werke des britischen Künstlers David Hockney erinnern, sind auf ihre Weise jedoch völlig eigen. Die 25-jährige Italienerin lebt in Rom, studierte an der Fine Art Academy, bevor sie ihren Master am Officina B5 in Illustration ablegte. Auf ihrem Instagram Account teilt Marialaura täglich ihre Malerei und Inspirationen, ermöglicht es ihrer Followerschaft so für einen Moment in ihre Welt einzutauchen. Ich bat die Künstlerin zum Gespräch:

Welche ist deine erste Erinnerung, die du mit Kunst verbindest?

Das ist schon lange her, ich war noch ein Kind. Ich erinnere mich an die wunderschöne Malerei des Onkels meiner Mutter und die Keramiken der Tante meines Vaters. Es faszinierte mich.

Was hat dich zur Kunst gebracht?

Ich glaube, es liegt in meiner DNA − ich habe, soweit ich mich erinnern kann, schon immer gemalt. Es ist einfach wie ein Teil meines Körpers, etwas, mit dem ich geboren wurde. Ich konnte mir noch nie vorstellen, etwas anderes zu tun als in die Kunst zu gehen.

Deine Frauen sind immer sehr modisch – welche Inspiration steckt hinter deinen Bildern?

Ich lasse mich von all den Dingen inspirieren, die ich mag. Ich wünschte, ich hätte die Oberschenkel, die ich male.

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Künstlerin Marialaura Fedi

Weshalb haben die Frauen auf deinen Bildern nie Gesichter?

Das ist eine wundervolle Frage – ich denke, es ist, weil meine Frauen nie jemand Spezielles sind. Sie sind ein Statement, ein Symbol für Stärke und Anmut. In einer Art und Weise möchte ich, dass sie eine Inspiration für die Frauen und Mädchen dieser Welt sind. Dadurch, dass sie kein Gesicht haben, könnte es jede Frau sein.

Erzählt jedes deiner Bilder eine Geschichte?

Nicht unbedingt eine Geschichte, aber sie spiegeln ein Gefühl wider – vielleicht erzählen sie so auch wieder Geschichten, aber das ist nicht meine Entscheidung. Hinter meiner Malerei steckt meist die Suche nach friedlichen Gefühlen und einer Balance.

Hast du ein Lieblingsbild?

Ich bin gerade mit einem Editorial für ein Modemagazin fertig geworden. Das letzte Bild, das ich dafür gemalt habe, ist wohl mein Favorit. Es ist eine schwarze Frau, die durch eine grüne Landschaft mit wunderschönen weißen Blumen läuft. Dieses Bild macht mich glücklich.

Welche Künstler bewunderst du am meisten?

Ich liebe Georgia O’Keef. Zu Beginn meiner Recherche war sie meine größte Inspiration und auch heute noch wäre ich gerne wie sie. Dann sind da noch David Hockney und Piero Della Francesca.

Hast du das Gefühl, dass es als Frau schwieriger ist, als Künstlerin bemerkt zu werden?

Nicht im Moment, aber ich bin noch jung und habe meinen Weg in die Kunst gerade erst begonnen.

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© Marialaura Fedi

Wo würdest du in zehn Jahren gerne stehen?

Ich würde natürlich gerne weiterhin als Künstlerin und Illustratorin für meine eigene Marke arbeiten. Ich kann mir aber auch vorstellen, nebenher für meine Lieblingsmarken zu zeichnen.

Durch die Digitalisierung nutzen viele Menschen Plattformen wie Instagram um Kunst zu konsumieren, dabei schauen sie diese vielmehr an als sie zu kaufen. Wie schätzt du diesen Wandel ein?

Ich denke, es ist ein natürlicher Prozess. Es ist eine neue, andere Art, Zugang zur Kunst zu bekommen. Jeder Wandel ist eine Möglichkeit, Dinge besser zu machen. Wenn Menschen keine Kunst mehr kaufen, weil sie diese durch soziale Medien konsumieren können, muss ich etwas kreieren, das sie unbedingt brauchen oder haben wollen und gleichzeitig nicht in ihrem Instagram Feed finden – es wird also eine positive Entwicklung sein.

Welche jungen Künstler sollten wir im Auge behalten?

Künstler sind für mich all diejenigen, die schöne Dinge kreieren, also würde ich an dieser Stelle die italienische Schmuckmarke Lil Milan, die kanadische Designerin Eliza Faulkner, die Textilkünstlerin Shakirra Rees und den Pariser Keramikkünstler Cassandre nennen.

Welches sind deine liebsten Coffee Table Books?

Ich liebe Railway Flower von Ernesto Schick und How do I imagine being there von Claudia Mori – beide wurden von Humboldt Books publiziert. Außerdem kann ich alle Bücher des italienischen Fotografen Luigi Ghirri empfehlen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Wer sich in die Kunstwerke von Marialaura Fedi verliebt hat, kann sie im Online Shop erwerben − auf Wunsch werden sogar individualisierte Aufträge angefertigt. Weitere Inspirationen gibt es auf Marialauras Instagram Account @marialaura_fedi

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© Marialaura Fedi
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© Marialaura Fedi
Posted by:Julia

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